Ein Bergdorf mit Geschichte
Anfänge im Hochtal
Todtnauberg entstand vor rund 750 Jahren als Bergwerkssiedlung in einem stillen, nach Süden offenen Hochtal. Erste Spuren menschlicher Nutzung reichen jedoch weiter zurück. Die Entwicklung ist eng mit Todtnau, der Abtei St. Blasien und Freiburg verbunden. Mit der Intensivierung des Silberbergbaus im 12.–13. Jahrhundert wuchs eine lebendige Bergarbeitergemeinde heran – mit Stollen, Halden, Werkstätten und regen Handelsbeziehungen.
Blüte und Ende des Silberbergbaus
Über Jahrhunderte prägte Silber das Leben im Hochtal. Barren wurden über den Notschrei nach Freiburg transportiert; ein Glasfenster im Freiburger Münster erinnert noch heute an die Bergwerksgesellschaft „Zum Gauch“. Als der Bergbau im 16. Jahrhundert wegen ausländischer Konkurrenz unrentabel wurde, verließen viele Familien den Ort. Es folgten Jahrzehnte der Rückentwicklung – nur wenige Haushalte blieben.
Vom Handwerk zum Bürstenhandel
Im 18. und 19. Jahrhundert führten Holzhandel, Hausweberei und kleine Gewerke zu einem langsamen Aufschwung. Prägend wurde schließlich die Bürstenmacherei: Todtnauberg entwickelte sich zum größten Bürstenhausierhändlerdorf Badens – Händler zogen bis in die Schweiz, nach Frankreich und in deutsche Großstädte. Mit der Industrialisierung verlor das Gewerbe jedoch an Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Erliegen.
Gemeindeentwicklung & Herausforderungen
Nach Jahrhunderten unter vorderösterreichischer Herrschaft kam Todtnauberg 1806 zu Baden. 1816 wurden Dorf und Rütte zu einer politischen Gemeinde vereint, 1914 folgte die Gemarkungsvereinigung.
Auch Rückschläge prägten das Dorf – etwa der große Brand von 1886, der 13 Häuser zerstörte.
Aufstieg zum Höhenluftkurort
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten Reisende das sonnige Hochtal als Erholungsort. Gasthäuser entstanden, Gästezahlen stiegen, und schon 1900 wurden 12.000 Übernachtungen verzeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der eigentliche touristische Aufschwung. 1971 erhielt Todtnauberg das Prädikat „Staatlich anerkannter Höhenluftkurort“. Heute zählt der Ort rund 180.000 Übernachtungen im Jahr – Sommer wie Winter.
Bauten, Vereine & kulturelle Impulse
Zwischen 1967 und 1974 entstanden Kirche und Kurhaus. 1974 wurde Todtnauberg nach Todtnau eingemeindet. Das kulturelle Leben prägen zahlreiche Vereine: Skiclub, Bergwacht, Feuerwehr, Trachtenkapelle, Trachtengruppe, Männerchor und die „Beeriwieber“-Narrenzunft. Auch Persönlichkeiten wie Martin Heidegger, Rosa Schneider und Karl Schneider verankerten Todtnauberg literarisch und philosophisch.
Bergdorf mit Weitblick
Todtnauberg ist bis heute der höchstgelegene Kurort im Schwarzwald – ein Ort mit klarer Luft, Weitsicht und Zukunft.






